BESENBRUCH

ERSCHAFFEN, VERÄNDERN, BEWAHREN. Zurück schauen? Das machen wir nicht nur aus Nostalgie, sondern aus gutem Grund. Denn auch in der Vergangenheit war im Besenbruch vor allem die Zukunft wichtig.

Die heute unter Denkmalschutz stehenden Gebäude entstanden im 19. Jahrhundert. Damals steckte die Zeit für mutige Visionäre und tatkräftige Unternehmer voller Möglichkeiten. Das Tal der Wupper galt mit seinem starken Textilgewerbe als eine der führenden Industriemetropolen in Deutschland. Und die produzierenden Unternehmen im Besenbruch waren mittendrin und nahmen sich ihren Anteil am Erfolg.

Auch heute ist in der sanierten Straße jede Menge Platz für zeitgemäße Ideen und Perspektiven. Hier wohnen, arbeiten und leben Menschen, die in der Gegenwart angekommen sind und ihre Zukunft aktiv gestalten wollen. Die historischen Gebäude erinnern täglich an das, was frühere Generationen bereits erreicht haben. Das Gute bewahren und nach vorne schauen. So gelingt uns im Besenbruch die Verwandlung vom historischen Produktionsstandort zum modernen Lebensraum.

MODERNISIEREN. Moderne Zeiten begannen im Besenbruch im Jahr 1861, als die Brüder Johann Carl und Carl Friedrich Rittershaus an dieser Stelle einen neuen Standort für ihre Riemendreherei errichteten. Sie modernisierten bald die ursprünglich vom Vater gegründete Manufaktur und stellten die Riementische auf einen mechanischen Antrieb um. Das alte Kesselhaus, das damals für den Dampfkessel der Firma Gebr. Rittershaus gebaut wurde, steht noch heute und ist ein Symbol für den Glauben an den Fortschritt.   

SPEZIALISIEREN. Auch als Hermann Rittershaus und Hermann Blecher zur gleichen Zeit direkt nebenan, zwischen Wittensteinstraße und Unionsstraße  eine Maschinenfabrik gründeten, nutzten sie die Zeichen der Zeit. "Rittershaus & Blecher" produzierte Maschinen für den steigenden Bedarf der zahlreichen Textilunternehmen direkt in der Nachbarschaft. Zunächst lieferte man Flecht-, Klöppel- und Lüstriermaschinen, ab 1876 auch Dampfmaschinen und Transmissionen. Die Maschinenfabrik wuchs stetig und übernahm daher 1919 die Gebäude der alten Riemendreherei im Besenbruch.   

WACHSEN. Immer am Ball bleiben. Neues Wissen gewinnen. Entwicklungen vorantreiben. Chancen aufspüren. Auf diese Weise konnte sich "R & B" in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts auf Filterpressen und Anlagenbau spezialisieren. Der Erfolg führte zu wechselnden Eigentumsverhältnissen durch international operierende Konzerne. 1994 wurde das Unternehmen schließlich nach Köln verlagert und so fand die Zeit der industriellen Produktion im Besenbruch ihr Ende.


WARUM EIGENTLICH BESENBRUCH? Mit den Besen in unserer Straße ist alles in Ordnung. Der Name verrät uns jedoch einiges über die frühere Beschaffenheit der Landschaft. Hier war es vor allem feucht. Denn mit "Bruch" (oder Broich) bezeichnete man die Sumpfland- schaften, die damals im Tal der Wupper relativ häufig zu finden waren. "Besen" ist ein anderes Wort für die Binse, eine immergrüne Pflanze, die sich in solchen Feuchtgebieten besonders wohl fühlt.

Heute sind Gummistiefel im Besenbruch nicht mehr erforderlich. Wer mag, kann sie natürlich trotzdem tragen.